Nato hat nicht das letzte Wort

Ein Kommentar von Dr. Rainer Böhme zum Artikel von W. Gerassimow in der Militärpresse am 30. April 2019. Redaktionsstand: 11.06.2019.

Den politischen Aktionsplan Russlands zum Dialog mit dem Westen fasste Präsident Putin in Moskau, auf dem Roten Platz, kurz in einen Appell an die Staatenwelt:

„ […] Russland ist offen für die Zusammenarbeit mit allen, die in der Sache bereit sind, sich dem Terrorismus, Neonazismus und Extremismus entgegenzustellen. Der kollektive Widerstand gegen die Verfechter der todbringenden Ideen erhält erneut eine richtungsbestimmende Bedeutung.

Wir rufen alle Länder dazu auf, sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst zu werden – für die Schaffung eines effektiven und für alle gleichen Systems der Sicherheit. […] “
Wladimir Putin (09.05.2019)

Der Generalstab der Streitkräfte Russlands hatte sich wenige Tage vor den Mai-Feierlichkeiten bereits in Sachen Zusammenarbeit mit dem Westen und Nato-Bündnis ausführlicher zu Wort gemeldet. Militärs haben ihre eigene Logik und Sprache. Den Schlussfolgerungen aus der Beurteilung einer Lageentwicklung und den knapp gefassten Vorschlägen für mögliche Handlungsoptionen geht stets eine allseitige, umfassende Analyse der Lagefaktoren voraus.

Walerij W. Gerassimow ist genauso bei seinem Autorenbeitrag in der russischen Online-Wochenzeitung Militärindustrie-Kurier vorgegangen. Der redaktionelle Übertitel Aus erster Hand verweist auf seine herausgehobene Funktion als Generalstabschef der Streitkräfte Russlands.

Der Autor definiert die ernsten Besorgnisse der militärischen Führungselite Russlands hinsichtlich der aktuellen militärstrategischen Aktivitäten der USA und ihrer Nato-Bündnispartner nahe den Westgrenzen Russlands und in der Arktis. Er beschreibt die gegenwärtig offen gehaltenen und funktionierenden Kanäle des militärstrategischen Dialoges mit dem Westen.

Zur Normalisierung gemäß der Nato-Russland-Grundakte seien „…die Beendigung der destabilisierenden Aktivitäten der Streitkräfte des Nato-Blocks nahe den Westgrenzen Russlands, der Stationierung zusätzlicher Truppen und militärischer Infrastruktur-Objekte in den Baltischen Staaten und in Osteuropa sowie die Beendigung der verstärkten militärischen Anwesenheit im Schwarzen Meer [erforderlich].“
Walerij W. Gerassimow (Chef des Generalstabs der Streitkräfte Russlands)

Man muss die Standpunkte Russlands nicht teilen, man sollte sie aber unbedingt kennen, um die Befindlichkeiten und außenpolitischen Aktivitäten in Russland ausreichend einordnen zu können.

Hilfreiche Informationen dazu werden sie in der kommenden August-Ausgabe der Zeitschrift WeltTrends Nr. 154 „Militär und Vertrauen“ finden.

Bildrechte

Bild (Startbild): Treffen Chefs der Generalstäbe der Türkei, USA und Russland in Antalya zum Abstimmung des Vorgehens in Nordsyrien am 06. März 2017. Personen: (von rechts nach links) Valery Gerasimov, Hulusi Akar und Joseph Dunford. Autor: Chairman of the Joint Chiefs of Staff (USA). Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic CC BY 2.0.

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