9€-Ticket – Einstieg in den kostenlosen ÖPNV

Am 23.11.2022 erschien auf zeitgedanken.blog eine Kritik des Deutschland-Tickets – dem Nachfolger des 9€-Tickets.

„Seit dem 1. Juni 2022 gilt das 9-Euro-Ticket.
Deutschlandweit können dann für monatlich neun Euro
alle Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr genutzt werden.
Das Angebot gilt für die Kalendermonate Juni, Juli und August.“
Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung 2022

Das 9€-Ticket ersetzt alle andere Fahrkarten im Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV). Es gilt aber nicht für schnelle Verbindungen im Fernverkehr, insbesondere ICE und (private) Fernbusse.

Bereits seit langem wird von sozial-ökologischen Strömungen die Einführung eines kostenlosen ÖPNV gefordert. Sicher das „Fast-Gratis-Ticket“ ist mit neun Euro per Definition nicht kostenlos – aber es kommt der alten Forderung schon sehr nahe. Eine solche Maßnahme ist aber dringend geboten.

Stagnierend hohe Emissionen

Bisher steht das Ziel bis 2050 eine weitgehend CO2-freie Gesellschaft zu etablieren. Das bedeutet in Zahlen, die Emissionen um 80-95 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Dafür müssen alle wichtigen Sektoren einen Beitrag leisten. Entsprechende Zwischenziele sind inzwischen festgelegt. Aber der Verkehrssektor reduzierte seit 2005 seine Emissionen nicht mehr. Wahrscheinlich kam es sogar zu einem Anstieg, da die Emissionen aus der Auto-Industrie und die Umweltschäden der Infrastruktur in anderen Sektoren auftauchen.

Der in den Grafiken sichtbare Rückgang bei Emissionen und Staulänge im Jahr 2021 ist ausschließlich auf den Corona-Lockdown zurückzuführen. Die Schätzungen für 2022 gehen, ohne die Effekte des 9€-Tickets und steigender Energiepreise, von einer Rückkehr zum alten Niveau aus.

Die wesentliche Quelle für CO2-Emissione im Verkehrssektor stammt von Fahrzeugen. So werden im Privatbereich fast 60 Prozent der Wege und 75 Prozent der Personenkilometer mit dem Auto zurückgelegt. (infas et al. 2019, S. 45)

In den letzten Jahrzehnten steigerte sich die Effizienz der Fahrzeuge deutlich. Aber die zunehmende Anzahl an Fahrzeugen, die wachsende Größe (Stichwort SUV) und ihr höherer Komfort (z. Bsp.: Klimaanlagen) kompensieren die positiven Effekte. Auch der gemessene Rückgang 2021 ist vollständig auf den Corona-Lockdown zurückzuführen. (Witte 2021)

Entsprechend muss das Hauptziel sein, einen Umstieg vom Auto zu anderen Verkehrsträgern zu forcieren. Hier kommt den ÖPNV eine besondere Bedeutung zu. Er sollte nicht mehr die Notlösung für Randgruppen, sondern das zentrale Verkehrsmittel werden. Dafür ist auch ein neues Selbstbewusstsein und Umdenken des Managements bei der Bahn sowie de politischen Eliten notwendig. (Damm 2021) Symptomatisch „das Bundekanzler Olaf Scholz seit Anfang Juli zwar sechsmal zu Fußballthemen getwittert hat, jedoch null Mal zum 9-Euro-Ticket, der zweifellos erfolgreichsten (Mobilitäts-)Maßnahme seiner Ampelregierung.“ (Lobo 2022)

Strukturelle Grenzen des Individualverkehrs

„Wer glaubt, dem Verkehrsinfarkt und die dicke Luft allein durch einen Austausch der Motoren zu entkommen irrt. Nur ein starker ÖPNV wird das Grundrecht auf Mobilität sozial gerecht und ökologisch verträglich einlösen können.“
Prof. Kai Niebert (Präsident Deutscher Naturschutzring 14.02.2018)

Die Elektrifizierung wird nicht ausreichen, da der Wechsel des Antriebs andere Probleme wie die den Verbrauch an Infrastruktur, Umweltschäden der Produktion, Fragen der Entsorgung sowie die soziale Frage nicht angeht. Außerdem zeigen sich zunehmend absolute Grenzen des motorisierten Individual-Verkehrs. Ein Beispiel sind die ausufernden Staus auf den Autobahnen (statista.com 2022), die jede Freigabe der Geschwindigkeit konterkarieren.

Der Durchbruch der jetzigen Maßnahme erfolgte mit dem Ukraine-Krieg bzw. durch die von westlichen Sanktionen hervorgerufenen Preissteigerungen bei Treibstoffen. Im Rahmen der konjunkturellen Stützungsprogramme führte die Bundesregierung auch das 9€-Ticket ein – parallel zu einem Tankrabatt.

Wirkung 9€-Ticket

„Nach IW-Auswertungen läge die Inflation ohne staatlichen Eingriffe um zwei Prozentpunkte höher. [Der] sogenannte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), lag zuletzt bei 8,2 Prozent. […] Vor allem Entlastungen wie das 9-Euro-Ticket dürften dabei ausschlaggebend sein: Der Personenverkehr hat einen großen Anteil am Warenkorb, mit dem die Inflation berechnet wird.“
Studie Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (Fremerey et al. 2022)

Das 9€-Ticket entlastet die privaten Haushalte deutlich. Ein normales Monatsticket kostet im deutschen Durchschnitt 55€. In den großen Städten liegen die Preise teilweise deutlich höher. (Berlin: ABC-Ticket 107€) Für einen Drei-Personen-Haushalt kann die Mobilität mit dem ÖPNV schnell 300€ pro Monat kosten. Die ökonomische Wirkung ist so umfassend, dass sogar eine deutliche Reduzierung der Inflation nachgewiesen werden kann. (Knödler 2022)

Gleichzeitig schafft das 9€-Ticket sein ökologisches Ziel. Die Steigerung der Fahrten im Bahnverkehr und das zumindest teilweise stehenlassen des Autos (immerhin 10 Prozent der Nutzer) sparte in drei Monaten mehr als 1,8 Mio. Tonnen CO² ein. Ein Jahr Tempolimit 130 auf der Autobahn hätte einen geringeren Effekt. Das 9€-Ticket ist ein wirksames Instrument um die ökologischen Ziele zu erreichen. (VDV 29.08.2022) Ein sehr beachtlicher Effekt, zumal hier noch keine dauerhafte Umstellung stattgefunden hat. Für drei Monate Preissenkung verkauft niemand sein Auto. Die Wirkung ist dabei auch grafisch deutlich sichtbar, insb. wenn nur der Fernverkehr ab 30 km Distanz betrachtet wird. (Vgl. nachvollgende Grafik)

Die oben genannten Statistiken unterzeichnen wahrscheinlich die Wirkung, da im Rahmen der Corona-Pandemie die Fahrgastzahlen im stadtnahen Bereich deutlich einbrachen. Nur langsam nähern sich diese wieder dem alten Niveau an. Beispielsweise lagen in Berlin im Zeitraum Juni bis August die Fahrgastzahlen zwischen 5 bis 8 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau. (BVG 27.08.2022)

Scheindiskussion oder berechtigtes Contra?

In der Diskussion muss deutlich getrennt werden, zwischen (produktiven) Einwänden und Scheinargumenten. Der einfachste Weg ist, jede Person, die das 9€-Ticket und dessen Spielarten ablehnt, nach den alternativen Maßnahmen zu fragen.

Wie sollen die Ziele Dekarbonisierung des Verkehrssektors, Entlastung der Verkehrsinfrastruktur und Soziale Erleichterung bei den unteren Einkommensschichten erreicht werden?

Oft steckt hinter der Ablehnung, dass diese Ziele nicht angestrebt werden. Die ökologische Gesellschaft wird abgelehnt, im persönlichen Umfeld gibt es keine Staus und die Armen interessieren nicht. Dann ist klar, es geht nicht um eine Diskussion über das 9€-Ticket, sondern um grundsätzlichere Fragen.

Gegenargumente

Zwei zentrale Gegenargumente – außer den Kosten – werden oft aufgeführt. (Müller 2022b) Einerseits befürworten und nutzen vor allem Bewohner*innen urbaner Räume die preiswerten Angebote. Das 9€-Ticket verbilligt aber nur vorhandene Strukturen. Wo wie in manchen ländlichen Raum kein öffentlicher Nahverkehr existiert, wird auch ein solches Ticket nicht gebraucht.

Der Einwand ist grundsätzlich richtig. Das 9€-Ticket ist kein Wundermittel. Es kann nicht die strukturellen Probleme des ländlichen Raumes lösen. Dafür bräuchte es über Jahrzehnte sehr hohe Investitionen um eine entsprechend Infrastruktur zu errichten. Und selbst dann muss ehrlich gesagt werden, abgelegene Dörfer werden nie einen Bahn-Anschluss in 10 Minuten-Takt bekommen. Dies als Bedingung zu stellen, bedeutet das 9€-Ticket nie zu verwirklichen. Zumal so Mancher, der dieses Argument nutzt, auch gegen deutliche Erhöhungen der Zuschüsse für den Ausbau des ÖPNV im ländlichen Raum ist. Es ist oft ein Scheinargument um am status quo festhalten zu können.

„Allein der Investitionsstau beim Neu- und Ausbau
des Eisenbahnverkehrsliegt bei rund 150 Mrd. €.
Die Regierung ist weit, weit davon entfernt,
diese Investitionen bereitzustellen.“
Prof. Christian Böttger HTW Berlin (Kröger 2022)

Andererseits wird gerne zwischen verschiedenen Gruppen differenziert. Also Verbilligung für (Arbeits-)Pendler aber nicht für Arbeitslose, Rentner oder Kinder in der Freizeit.

Es ist ein problematisches Argument, dass auf eine Spaltung der Gesellschaft hinausläuft. Insbesondere die sozialen Effekte würde damit kaputt gemacht. Lösungen, wie diese Unterscheidung durchgeführt werden soll, werden nicht präsentiert. (Absicht?)

So machte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. auf die hohe Bedeutung des Tickets für Obdachlose aufmerksam. (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. 28.07.2022) Die gleiche Argumenten gelten auch für Arbeitslose, (Armuts-)Rentner, kinderreiche Familien, Menschen im Niedriglohnsektor …. Eigentlich die Mehrheit der Bevölkerung bis auf die weißen (wohlhabenden) Männer 😉

Das 9€-Ticket lag preislich unterhalb der meisten Sozialtickets von deutschlandweit durchschnittlich 40-45 € pro Monat. (Knie 2022) Eine direkte Entlastung der Unterschichten. Die vorgeschlagenen Alternativen von 49 bis 69 € würden hingegen deutlich drüber liegen. Das wäre dann keine Entlastung und der Einstieg in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in Bezug auf die Mobilität – hier die mobile Mittelschicht und auf der anderen Seite in einer Stadt gefangene Arme – ob arbeitend oder nicht.

Eine lesenswerte Studie der Fachhochschule Erfurt unterstrich die soziale Wirkung des Tickets. (Hille und Gather 2022) Insbesondere für ökonomisch schwache Haushalte führt es nicht nur zu finanziellen Entlastungen sondern zu mehr sozialen Kontakten, Selbstbestimmtheit (insb. von Jugendlichen) und einer allgemein höherer Lebensqualität.

„Es gibt gesellschaftliche Schichten, die ohne ein entsprechendes Angebot von unserem Verkehrssystem derzeit ausgeschlossen sind. Wenn der Fahrschein für den Weg zum Facharzt zum unüberwindbaren Hindernis wird oder wenn Menschen einsam sind, weil die Pflege persönlicher Kontakte mit Fahrtkosten verbunden ist, dann ist das als eklatanter gesellschaftlicher Missstand anzusehen. Der Zugang zum Verkehrssystem bestimmt [… auch den] Zugang zum Gesundheitssystem, zum Bildungssystem oder zum Sozialsystem. Mobilität entscheidet auch über Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und kann den individuellen Lebensverlauf grundlegend prägen. Nur wer mobil ist, hat überhaupt die Chance vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“
Dr. Hille und Prof. Gather (2022, S. 42)

Bewegungsfreiheit für ALLE ist eine demokratische Errungenschaft die ausgebaut werden sollte. (Ouassil 2022) Das 9€-Ticket stiftet Lebensfreude für die Bevölkerung, Zuversicht in einer turbulent-trüben Zeit. Und ja – das Leben besteht nicht nur aus Arbeit.

Mal abgesehen davon das zwei Fakten oft unterschlagen werden. Einerseits ist der Freizeitverkehr nicht kongruent mit den Pendlerströmen. Eine Behinderung der Pendler findet nur unterproportional statt. Nach einer Erhebung der Hamburger Verkehrsbetriebe betrafen nur knapp vier Prozent der zusätzlichen Fahrten den Fernverkehr. Außerhalb der Urlaubssaison und mit der Gewöhnung dürfte dieser Wert weiter sinken. Wie oft fahren Punks nach Sylt um Spießbürger zu ärgern? (Jacobs 2022) Andererseits nahmen alle Ströme zu – also auch die der Pendler. Es profitieren also alle sozialen Gruppen davon.

„Das Ticket wurde insbesondere in den Nebenzeiten genutzt, also zum Beispiel zum Einkaufen, in der Freizeit und für Ausflüge. Aber auch zu den Spitzen-Pendlerzeiten verzeichnete die BVG mehr Fahrgäste als im Mai dieses Jahres“
Pressemitteilung der BVG (2022)

Kampf um Fortführung ist eröffnet

Die Diskussion um eine Fortführung des bisherigen Erfolges ist voll entbrannt. Eine Vielzahl von Modellen liegt auf den Tisch. (Ecke 2022b) Die Bevölkerung hat eine eindeutige Meinung. Nach einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) halten 76 Prozent der Befragten es für ein attraktives Angebot und 40 Prozent der Käufer*innen verzichteten dafür auf Autofahrten. (Kögl 2022)

Viele Akteure wie DIE LINKE, Umweltbundesamt und diverse Umweltverbände sprechen sich für eine Fortführung der 9€-Tickets aus. (Kaiser 2022) Die Regierung zögert noch – Während die FDP als Nein-Sager-Partei bremst (Ramczik 2022), sprechen sich die GRÜNEN für die Fortführung aus. Die SPD schwankt.

Ein Knackpunkt ist die dauerhafte Mobilisierung der fehlenden Einnahmen. Pro Monat bringt der Fahrkartenverkauf etwas über eine Mrd. €. Über das Jahr wären auch ohne die gegenwärtige Inflation ca. 13 Mrd. € notwendig. Eine über Steuererhöhungen, Schulden oder Streichung von Subventionen für die Autoindustrie (Bsp.: Dienstwagenprivileg (Ley 2022)) mobilisierbare Summe (Thompson 2022) – aber doch zu groß, um sie dauerhaft mal eben irgendwo rauszuquetschen.

Damit ist auch die Frage verbunden, welchen Kostenanteil Bund bzw. die Länder übernehmen. Die Bereitschaft der Länder ist dabei sehr unterschiedlich. Die meisten sind dafür. Manche sind sogar bereit ein Ticket auf eigene Faust einzuführen – Andere wie Bayern sind gegen eine Kostenbeteiligung der Länder – würden aber eine Bundesregelung begrüßen. (Müller 2022c) Dabei wird u.a. am Beispiel Berlins immer deutlicher, dass eine Einführung nur über die Länder wahrscheinlich im Alltag scheitern würde. (Sustr 2022b)

„Die marode Bahn-Infrastruktur ist Folge falscher politischer Prioritätensetzung der letzten Jahrzehnte, von Privatisierung und Kaputtsparen. Mehr Geld für den Schienenverkehr und eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets schließen sich keinesfalls aus.“
Lisa Ecke (2022a)

Eine Steigerung der Investitionen ist dringend notwendig. Warnungen der Bahn-Gewerkschaften vor einer Überforderung von Personals sowie Material sind ernst zu nehmen. (Müller 2022a) „Ein Krankenstand von teilweise über 25 Prozent“ (Ramczik 2022) ist ein deutliches Zeichen.

Das 9€-Ticket kann nur in Kombination mit einer Investitionsoffensive funktionieren. Dafür müssten aber klare Prioritäten pro ÖPNV gesetzt werden. Das bedeutet mehr als nur Gelder bereitstellen, sondern auch Planungen vorantreiben, Personal einstellen und auch Planungsverfahren deutlich straffen. (Sustr 2022a) Die unzufriedenen Kunden könnten einen politischen Druck entfalten, der die Bereitschaft erhöht, entsprechende Gelder freizusetzen.

Gesellschaftliche Einsparungen

Es ist wichtig zu betonen, dass die derzeitigen Berechnungen zahlreiche eintretende Reduzierungen nicht beinhalten. Es wird von den alten Kostenstrukturen ausgegangen. Als Beispiel wäre zu nennen:
=> Kosteneinsparungen durch Reduzierung der Transaktionskosten insb. bei der Fahrkarteninfrastruktur inkl. den Kontrollen sowie Besorgung Tickets. Wichtig: Auch bei den privaten Haushalten, Universitäten, Unternehmen würden massiv (Personal-)Kosten und Lebenszeit(!) eingespart. Die radikale Vereinfachung der Nutzung ist ein Gewinn für alle. Statt allein in Berlin 39 Fahrkarten plus spezielle Rabattkarten unterschiedlichster Ausgestaltung wie Schüler-, Firmen- und Seniorenticket nur noch „Ein-Ticket-für-alles“.
=> Geschätzt 7.000 weniger Inhaftierte wegen mangelnder Fähigkeit Tickets zu bezahlen (Bähr 2021) Wobei jeder Hafttag über 150€ kostet.
Siehe auch www.freiheitsfonds.de
=> Sinkende Kosten im Gesundheitssektor durch weniger Unfälle und besserer Luft.
=> Wirtschaftswachstum und Stärkung der (regionalen) Wirtschaft infolge deutlicher Verringerung der Mobilitätskosten sowie Erhöhung der sozialen Aktivität. Durch die höhere wirtschaftliche Aktivität könnte sich das Ticket womöglich selbst refinanzieren. (Lobo 2022)

Angesichts der zu erwartenden gesellschaftlichen Gewinne sollte der Versuch gewagt werden. Es wäre ein richtiger Vorstoß in eine ökologische Gesellschaft.

„Das Neun-Euro-Ticket hat also nicht nur die Bürgerinnen und Bürger finanziell entlastet, sondern auch eine eindeutig positive Wirkung fürs Klima. Alle verantwortlichen Akteure sollten daher jetzt zügig über die Fortsetzung und Weiterentwicklung eines solchen Angebots entscheiden.“
Oliver Wolff – Geschäftsführer VDV (Blume 2022)

Zum Weiterlesen – Politischer Aufruf

31.08.2022 Das 9-Euro-Ticket darf kein Sommermärchen bleiben (Rabsahl 2022)
Aufruf 50 Prominenter v.a. aus Kabarett, Comedy, Schauspieler und Blogger. Erstunterzeichner u.a.: Alfred von Hirschhausen, Anke Engelke, Katja Diehl, Sebastian Puffpaff, Tobias Schlegel und Torsten Sträter.

„Für mich ist das 9-Euro-Ticket eine beispiellose Chance,
Klimaschutz ohne Entbehrungen, ohne Verbote zu ermöglichen.
Anstelle eines Dusch- oder Ess-Verbots habe man der Bevölkerung Mobilität gegeben:
Die Botschaft war: Du darfst fahren!“
Initiator des offenen Briefes Sebastian Rabsahl (Rainer 2022)


Literaturverzeichnis

Bähr, Sebastian (2021): Initiative kauft Berliner Häftlinge frei. In: neues deutschland, 06.12.2021, S. 5.

Blume, Jutta: Klimawochenschau – Pakistan bald zu einem Drittel unter Wasser. In: telepolis 30.08.2022.

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (28.07.2022): 9-Euro-Ticket endet im August. BAG W fordert sinnvolle Anschlussregelung und die Abschaffung von Ersatzfreiheitsstrafen. Berlin.

BVG (27.08.2022): Endspurt für das 9-Euro-Ticket. Berlin.

Damm, Timo (2021): Das Hartz IV der Mobilität. In: neues deutschland, 20.05.2021, S. 8.

Deutscher Naturschutzring (14.02.2018): DNR begrüßt Vorstoß für Vergünstigung des öffentlichen Nahverkehrs als sozialverträglichen Beitrag zur Verkehrswende. Berlin.

Ecke, Lisa (2022a): Bahnfahren muss günstig sein. In: neues deutschland, 01.08.2022.

Ecke, Lisa (2022b): Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket? In: neues deutschland, 03.08.2022, S. 15.

Fremerey, Melinda; Iglesias, Simon Gerards; Schläger, Dan (2022): Staatlich administrierte Preise dämpfen Inflation in Deutschland. Institut der Deutschen Wirtschaft. Köln.

Hille, Claudia; Gather, Matthias (2022): Mit dem 9-Euro-Ticket zu mehr sozialer Teilhabe? Ergebnisse einer Befragung von einkommensschwachen Haushalten zur Wirkung des 9-Euro-Tickets auf das Mobilitätsverhalten und ausgewählte Dimensionen der sozialen Teilhabe. Fachhochschule Erfurt.

infas; DLR; IVT Research (Hg.) (2019): Mobilität in Deutschland. Ergebnisbericht. Bonn.

Kaiser, Arvid (2022): Dauerhaft günstige Tickets gefordert. In: Spiegel, 08.06.2022.

Knie, Andreas (2022): Nahverkehr ist wieder eine Option. In: neues deutschland, 06.09.2022, S. 8.

Knödler, Janne (2022): 9-Euro-Ticket und Tankrabatt bremsen Inflation – aber Lebensmittel werden teurer. In: Spiegel, 13.07.2022.

Kögl, Larissa (2022): Umfrage zeigt hohe Zufriedenheit mit dem 9-Euro-Ticket. In: Zeit, 24.06.2022.

Kröger, Michael (2022): 9-Euro-Ticket führt zu mehr Verkehr. In: Spiegel, 08.08.2022.

Ley, Julia (2022): #Faktenfuchs. Doch, Dienstwagenbesteuerung ist Subvention. Bayerischer Rundfunk.

Lobo, Sascha (2022): Ein flammender Appell für das 9-Euro-Ticket. In: Spiegel, 31.08.2022.

Müller, Bernd (2022a): „Das Neun-Euro-Ticket macht krank„. In: Telepolis, 17.07.2022.

Müller, Bernd (2022b): 9-Euro-Tickets. Warum es klare Ziele braucht. In: Telepolis, 31.07.2022.

Ouassil, Samira El (2022): Recht auf Mobilität. Verlängert das 9-Euro-Ticket! In: Spiegel, 11.08.2022.

Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung (Hg.) (2022): Fragen und Antworten 9-Euro-Ticket seit Juni 2022.

Rabsahl, Sebastian (2022): Offener Brief 9€ Ticket. Twitter Kanal Sebastian 23.

Rainer, Anton (2022): Prominente Deutsche fordern Fortsetzung des 9-Euro-Tickets. Offener Brief von Anke Engelke, Torsten Sträter und Co. In: Spiegel, 31.08.2022.

Ramczik, Jessica (2022): Planlos und ohne Ticket. In: neues deutschland, 27.08.2022, S. 6.

statista.com (Hg.) (2022): Staulänge auf Autobahnen in Deutschland von 2002 bis 2021.

Sustr, Nicolas (2022a): Es droht ein Milliarden-Strohfeuer. In: neues deutschland, 10.04.2022, S. 25.

Sustr, Nicolas (2022b): Torschlusspanik beim 9-Euro-Ticket. In: neues deutschland, 29.08.2022, S. 9.

Thompson, Clara (2022): Die falsche Debatte. In: neues deutschland, 22.07.2022, S. 8.

VDV (29.08.2022): Bilanz eines Erfolgsmodells. Rund 52 Millionen verkaufte 9-Euro-Tickets. Berlin.

Witte, Ann-Cathrin (2021): Treibhausgasemissionen. Deutschland senkt Ausstoß 2020 um 8,7 Prozent. ökotest. Frankfurt / Main.

Bildrechte

Bild nd-Grafik: Veränderung der Mobilität nah Verkehrsträgern gegenüber 2019. Autor: Destatis 2022. nd.dieWoche/rb Lizenz: © neues deutschland.

Creative Commons Lizenzvertrag Weitere Informationen zum Urheberrecht unter Kontakt/Impressum/Lizenz.
Bei Interesse können die statistischen Daten für die Grafiken per Mail zugesandt werden.

ORCID iD icon https://orcid.org/0000-0002-3927-6245

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